Ein Wellnessurlaub tut nicht nur der Seele gut, sondern auch dem Körper. Ich bin eine 34-jährige dynamische Dame, die in einem Wellnesstempel arbeitet. Inzwischen habe ich alle Stationen einmal durchlaufen und kenne mich mit jedem Bereich im Hotel aus. Angefangen habe ich damals als kleines Zimmermädchen. Ich habe die Zimmer gereinigt und den Leuten gezeigt, wo sie schlafen werden. In den großen und sehr exklusiven Wasserbetten würde ich gerne selbst einmal schlafen. Die Zimmer haben aber noch mehr zu bieten. Ein Schreibtisch, eine kleine Wohlfühloase und ein kleiner Balkon oder eine Terrasse befinden sich auf den Zimmern. Von Fernsehern oder anderen elektronischen Geräten halten wir hier nichts. Dies würde das ganze Flair und die Atmosphäre zerstören. Bis jetzt muss ich aber sagen, dass sich noch kein Gast darüber beschwert hat keinen Fernseher auf seinem Zimmer vorzufinden. Die Reinigung der Zimmer habe ich nach einigen Monaten perfekt gelernt. Da ich mich bei meinen Tätigkeiten wirklich gut angestellt habe, durfte ich nach einem Jahr mich mehr um die Gäste, als um die Zimmer kümmern.
Die Betreuung der Gäste hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht. Es war schön zu sehen, dass sich die Leute im Hotel und auch bei den Anwendungen sehr wohl fühlen. Mit Kleinigkeiten wie einem heißen Tee oder einem schönen Bademantel konnte ich den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Der Kunde ist König. Diesen Satz habe ich mir immer vor Augen gehalten und so versucht den Gästen jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Nicht immer war es jedoch einfach die Leute zufriedenzustellen. Waren ihre Wünsche einfach und klein hatte ich diese in nur wenigen Minuten auch erfüllt. Es gab aber natürlich auch Personen, die ausgefallene Wünsche hatten. Besondere Getränke, eine andere Essenszubereitung oder gar ausgefallene Wünsche bei der Behandlung haben mir die Arbeit an manchen Tagen schon sehr erschwert. Mit einem freundlichen Lächeln und viel Geduld war es jedoch kein Problem. Wir haben bis heute jeden Wunsch unserer Gäste erfüllt und ihnen immer einen schönen Aufenthalt ermöglicht. Ein ganz besonderes Erlebnis war eine Dame mit ihren vier Königspudeln. Diese wollte sich auch im Urlaub nicht von ihren Schätzen trennen. Die Dame war eine Woche bei uns und ich durfte mich in dieser Zeit um ihre Hunde kümmern. Da ich selbst einen Hund habe war ich eigentlich der Meinung, dass dies nicht so schwer werden würde. Aber die Hunde haben mich ganz schön ins Schwitzen gebracht. Es waren ja sehr große Hunde und für meinen Geschmack nicht sehr gut erzogen. Sie zogen an der Leine und rissen mich einmal in den kleinen Bach, der bei uns am Hotel entlang läuft. Ich war total nass und meine Kollegen haben mich bei der Rückkehr natürlich extrem ausgelacht.
Einige Wochen nach diesem Vorfall wurde ich in den Empfang versetzt. Am Anfang war es sehr schwer den ganzen Tag dort zu stehen und die Gäste zu begrüßen und ihnen zu helfen. Meine Füße taten sehr weh. Die Stöckelschuhe haben ihr übriges dazu getan. Ein freundliches Lächeln ist natürlich auch hier ganz wichtig. Manchmal taten aber meine Füße so weh, dass ich das mit dem Lächeln nicht mehr so hinbekommen habe. Die ersten Wochen war ich sichtlich mit dieser Position überfordert. Das Telefon klingelte fast ununterbrochen. Die Gäste wollten begrüßt werden und ich sollte sie auch teilweise auf ihr Zimmer führen. Manche brauchten Erklärungen zu den Wasserbetten oder Whirlpools, weil sie sich nicht so ganz sicher mit der Handhabung waren. Dies passierte natürlich immer alles auf einmal. Mit der Zeit hatte ich jedoch den Empfang richtig gut im Griff und kam auch mit den vielen Anrufen recht gut klar. Der Kontakt mit den Gästen ermöglichte mir auch einen ganz anderen Bezug zu diesen. Mit der Zeit lernte ich viele Stammgäste sehr gut kennen und so wurde auch das Trinkgeld mehr. Brachte ich ihnen dann ein zusätzliches Handtuch oder erfüllte ich einen anderen Wunsch so gab es schon mal ein paar Euro auf die Hand. Dieses Geld habe ich dann zur Seite gepackt, weil ich es für ein Wasserbett sparen wollte. Leider hat es natürlich nicht ganz ausgereicht. Inzwischen habe ich mir aber ein Wasserbett gekauft und ich bin sehr zufrieden damit. Jetzt kann ich mir richtig gut vorstellen, wie glücklich und zufrieden unsere Gäste im Wellness Ressort und in den Whirlpools sind.
